2. Wie viel Beruf braucht ein Mann?

Seminar 1 Thema 2

2. Abend: 

Wie viel Beruf braucht ein Mann?
Wann soll ich eigentlich nach Hause gehen?

THEORIETEIL

1. Arbeit aus Gottes Sicht
2. Erlöstes Arbeiten
3. Die Work-Life-Balance
4. Das Problem der Zeit

Übungen: Die Eigenständigkeitssuche

Eine der größten „Errungenschaften“ des letzten Jahrhunderts ist neues Verständnis von Arbeit. 
Noch vor 100 Jahren mussten einige notgedrungen zur Arbeit gehen und war froh, wenn sie „vorbei“ war – heute will jeder zur Arbeit gehen und am besten gleich nicht mehr heimkommen „müssen“, denn die Firma – die „berufliche Familie“ ersetzt die natürliche Familie zunehmend.
EDV Firmen bieten vom Kaffe kostenlos, über Ruheräume, Sportstätten, Kindergärten alles an – oft sind sie besser als das Gemeindeangebot.

Warum wir Arbeiten gehen
Soziale Kontakte
Klare Ordnungen und Hierarchien bieten Schutz
Man wird gelobt und befördert (Zukunftsaussichten)
Die Erwartungen an einem sind definiert

Zuhause fällt einem die Decke auf den Kopf, weil man es nicht schafft glücklich zusammenzuleben weil soviel Zank und Streit .
Warum zieht es Männer derart in den Beruf?
Wie viel Arbeit macht Sinn?
Müssen wir noch mal neu nachdenken, warum wir arbeiten?

1. Arbeit aus Gottes Sicht

Gott selbst arbeitete bei seinem Schöpfungswerk äußerst produktiv, effektiv, kreativ und vielfältig.
Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, dass das Weltall sich immer noch weiter ausdehnt und neue Sterne hinzukommen.
Ist Gott immer noch produktiv tätig?

Gott schämt sich nicht seiner Arbeit, er lümmelt sich nicht wie die Götter anderer Religionen im Himmel (oder sonstwo) herum.. und er selbst hat sich am 7. Tag (dem Schabbat) einen Ruhetag genommen!

Gott beauftragt den Menschen „zu bebauen und zu bewahren“ und definiert seinen Arbeitsauftrag inklusive „Stellenbeschreibung“ sehr genau.

1.Mose 2,2: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.“
Arbeit ist eine zentrale Berufung. Gott hat die Arbeit geschaffen. Sie ist nicht eine Folge des Sündenfalles und somit nicht „überwindbar“.

2.Thess 3,10: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“

Durch den Sündenfall kam Fluch über den Menschen, nicht über die Arbeit selbst. 
Der Teufel raubt dem Menschen seine paradiesischen Arbeitsbedingungen, er kommt unter Stress, Störfaktoren, Auszehrung und Vergänglichkeit.
Das kennt heute jeder berufstätige Mann.

Arbeit unter dem Fluch des Bösen macht den Menschen krank und letztendlich arbeitsunfähig.
Damit ist Gottes Werk eines arbeitsfreudigen Menschen, der für sich und seine Umwelt etwas leistet, zerstört.
Gott hat für uns ein Leben voller sinnvoller Arbeit vorgesehen, aber immer wenn ungeistliche Menschen ungut herrschen, schaffen sie unerlöste Arbeitsbedingungen, die Menschen zerstören.

Gottes Absicht war es, dass wir erlöst arbeiten und unserem Arbeitspensum gerecht werden und obendrauf genug Zeit für uns und die Familie haben.
Verschiebungen in der Work-Life-Ballance jedoch werden den Mitarbeitern und damit der Firma irgendwann zum Fluch.

Je weiter sich eine Firma von den göttlichen Prinzipien von erlöster Arbeit entfernt, umso dunkler werden ihre Machenschaften und das Arbeitsumfeld für die Beschäftigten.
Solch eine Firma wird erlösungsbedürftig und braucht Christen, die wieder das Licht Gottes in die Firma hineinimportieren.

Leider haben wir Christen dies in den letzten Jahrhunderten verkannt und haben uns hinter frommen dicken Kirchenmauern zurückgezogen, anstatt dort zu leuchten, wo es besonders notwendig gewesen wäre.

Matthäus 5,13-17: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als das man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Die Kirche hat aber den Ruf, in diese Welt hineinzuwirken und wenn sie das versäumt, fällt sie aus Gottes Segen und es wird in ihr genauso dunkel wie in der Welt.

2. Erlöstes Arbeiten

Durch Jeshuas (Jesu) Erlösungswerk ist eine neue Qualität von Arbeit möglich. Wir ändern uns durch eine neue Einstellung zur Arbeit – wir können erlöst arbeiten. Gott verwandelt die Umstände von Fluch zu Segen:

2.Könige 18,7: „Und der HERR war mit ihm, und alles, was er sich vornahm, gelang ihm.“
2.Chronik 7,11: „Und es gelang ihm, alles, was ihm in den Sinn gekommen war.“
Sprüche 2,7:  „Er lässt es den Aufrichtigen gelingen und  beschirmt die Frommen.“

Viele Firmen bekommen durch Humanisierung der Arbeitswelt sehr gute, fast paradiesische Arbeitszustände hin.
Ihre Produkte oder Dienstleistungen sind ein großer Segen für die Kunden.
Manchmal ist dort mehr Erlösung und Fürsorge spürbar, als in verstockten Gemeinden. Es ist viel zu einfach zu sagen, die Welt ist böse und die Kirche ist gut.

Aber Gott sendet uns nicht nur in „gute Firmen“ oder „gute Gemeinden“, vielmehr sollen wir darin Licht und Salz sein und bewahren und neu installieren, was verloren gegangen ist.

Mt. 10,16: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“

Wir können mit unserer erlösten Art versuchen, ein Segen selbst für die „abtrünnige“ Organisation zu sein.
Gott selbst greift in unser Arbeiten ein. Ein Beispiel dafür ist Daniel, der einem heidnischen König in einem korruptem bösartigen System dient und dennoch zum Segen wird für ein ganzes Volk.

Allzu leicht verwachsen wir mit der Firma und übernehmen ihre Werte.
Das Berufsleben nimmt immer mehr Besitz von unserer Persönlichkeit!
Der moralische Standard der Firma aber hat in der Regel nicht das Niveau Gottes.

Matthäus 6,24: „Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Der Christ dient nur einem Herrn – dem muss sich der zweite Herr unterordnen! Der Anpassungsdruck ist immens – man muss es sich immer bewusst machen, dass man ein Fremdkörper in dieser Welt sein muss, um ein Segen für sie sein zu können.

Röm 12,2: „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“

Zeig mir deinen Terminkalender und ich sage Dir, was dir wichtig ist.
Was drin steht ist Priorität eins, das andere kommt so nebenbei.
Jeder Mann kürzt zuerst mal an Kind und Frau. Insbesondere bei einer Kündigung wird vielen Männern klar, dass eine Vernachlässigung der Ehe und Familie zum Niedergang der anderen Bereiche wie Gemeinde und Beruf geführt hat.
Meist zerbrechen alle Lebensbereiche gleichzeitig oder wenig zeitlich versetzt.

Man kann eben nicht mit Gottes Segen die Zeit, die der Familie gehört, einfach der Firma geben – man schädigt die Firma sogar damit.

3. Die Work-Life-Balance

Frauen spüren sehr schnell was das Herz des Mannes gefangen nimmt und drücken es ausgerechnet auch noch so aus, dass es den Mann weiter verletzt und in die Enge treibt.
Der Mann kommt in Erklärungsnot und verstrickt sich immer tiefer in Lügen und Erklärungen. Sein Gewissen wird immer schlechter bis er es ganz ablegt und ihm alles egal ist.
Macht die Frau ihm weiter Druck entscheidet er sich für die Arbeit, nicht für die Frau.
Er meint die Arbeit besser einkalkulieren zu können als die für ihn diffusen Wünsche seiner Frau.
Der Part des Mannes in einer aufgabenorientierten Zeit muss sein, die Liebe seiner Frau zu erhalten.

Wenn Männer sich in ihren Tätigkeiten fast auflösen, verlieren sie die eigentliche Vision aus den Augen.
Nur aus der richtigen Distanz sieht man die Dinge real. 
Insbesondere Außenstehenden wird die Armseligkeit eines an die Arbeit gebundenen Menschen deutlich.
Wenn Männer zu viele Spannungen bei der Arbeit haben, können sie sich nicht mehr auf ihre Beziehungen konzentrieren.
Wenn Frauen zuviel zwischenmenschliche Spannungen im Beruf erleben, können sie sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren.
Nicht initiierte Männer lassen sich immer von Systemen auffressen, ob sie nun weltlich oder kirchlich sind.
Eigentlich aber wären Männer dazu berufen, diese Systeme zu verändern.
Jeshua (Jesus) warnt uns ausdrücklich vor dem System der Welt. Wie konnten wir nur diesen Warnruf überhören?

Mt 6,19-21: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

Wenn Männer zu sind mit Aufgaben – egal ob kirchlich oder nichtkirchlich – leben sie nicht in ihrer Hauptberufung, Beziehung zu leben.

Wenn du irgendwelche Fragen zu deinem Arbeitsverhalten hast, wende dich vertrauensvoll an deine Frau – sie bewertet dich tagtäglich und hat gelernt ihre „Klappe zu halten“, weil du es ja eh nicht hören wolltest. Frauen spüren instinktiv, wo das Herz des Mannes sitzt.
Vielleicht sollten wir diesbezüglich mal wieder mehr hören auf sie!

Oft denkt der Mann, es handle sich dabei um riesige Zeitaufwendungen, dabei ist oft nur eine kurze Berührung, ein kleiner Spaziergang oder ein gemeinsames Ausgehen ausreichend.

Die meisten Männer klagen, sie haben keine Zeit.
Dieses permanente Empfinden bringt Männer unter tödlichen Stress, macht Männer beziehungsarm, lässt Frauen zuhause verzweifeln, gibt Kindern das Gefühl, immer unwichtiger zu sein als das, was Papa so den ganzen Tag tut.

4. Das Problem der Zeit

Man kann beobachten, dass es nur sehr wenigen Männern mit Hilfe eines Terminplaners gelingt, mehr Zeit für ihre Lieben freizuschaufeln.
Das Problem ist anderswo angesiedelt – nicht in einer technischen Ebene, sondern es wurzelt viel tiefer.

Tatsache ist, dass jeder Mensch auf der Welt pro Tag genau die gleiche Zeit hat.
Das Problem liegt also nicht bei der Zeit an sich, sondern tiefer.
Lässt man Männer ihre Zeitverschwender aufzählen, kommen sie hauptsächlich auf die äußeren Umstände. (Mackenzie: „Die Zeitfalle“ Sauerverlag 1988).

Es braucht also niemand nachrechnen, ob ein anderer mehr Zeit hat, sondern der Unterschied liegt darin, wie der andere seine Zeit einteilt.
Zeit hat etwas Brutales, Unerbittliches und Unflexibles an sich – sie kann zum härtesten Druck und zum todbringenden Feind (Stresskrankheiten) werden. 

Die Zeit wurde nicht von Gott geschaffen – Adam und Eva kannten sie nicht – sie hatten ewiges Leben.
Eines Tages wird Gott die Geißel der Zeit „abschaffen“! Sie passt nicht zum Paradies! Trotzdem leben wir in der „zeitbehafteten Welt“ und müssen als Christen damit fertig werden.

Unsere Zeiteinteilung ist die sichtbare Spitze unserer inneren verborgenen Welt.
Das subjektive Gefühl „keine Zeit“ zu haben, kommt aus einer inneren Hektik, die uns für andere Menschen unzugänglich macht.

Epheser 5,15 ff: „Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise ! Kauft die Zeit aus ! Denn die Tage sind böse. Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist !

Wer seine Zeit „verplempert“, sie „totschlägt“ oder sie einfach „absitzt“, wird seiner Berufung nicht gerecht.
Dann können wir plötzlich aufwachen, und mit der Frage – „Wo ist meine Zeit geblieben?“ – wird uns gezeigt, wie wenig wir unsere Zeit bewusst geplant haben und wie Aufgaben oder andere Menschen uns diese Zeitplanung „abgenommen“ haben.
Wir waren nicht mehr Herr über unsere Zeit, sondern wir ließen uns treiben, antreiben, ja fremd bestimmen von Leuten, die keine Ahnung davon haben, was uns eigentlich wichtig ist und erst recht nicht, was Gottes Plan mit unserem Leben ist.

„Time is money“ ist noch untertrieben – es ist das Kostbarste: Unser Leben, das Zeit bedarf.
Unser Problem ist also nicht, dass wir keine Zeit haben, sondern dass wir nicht gelernt haben zu entscheiden, was jetzt und heute wichtig oder unwichtig ist.

Aber erst aus einem guten inneren Abstand zur Arbeit heraus hat man den Überblick, welchen Sinn sie überhaupt hat.
Nur der kann erlöst arbeiten, der die nötige innere Distanz zu dem System seiner Arbeit aufgebaut hat und einen externen Ruf einer höheren Instanz vernimmt.

Es geht als bei der Berufung des Mannes darum Gottes Liebe in eine Firma oder Gemeinde oder Familie einzufüllen.
Er ist der tankwart, das „Benzin“ ist der Heilige Geist oder eben all das Göttliche, was menschen so dringend brauchen.
Ich habe keine Zeit? Diese Lüge sollte ein erlöster Mann erst gar nicht aussprechen. Sonst besteht die Gefahr dass sie zur bitteren Realität wird.

Letztendlich ist das Leben des Mannes ein einziger Kampf mit gewissen Unterbrechungen.
Und das macht nichts, Kämpfen entspricht der Welt des Mannes. Schon kleine Jungs fangen an zu kämpfen, ihre Kräfte zu messen, sich für etwas einzusetzen.
Man braucht es ihnen nicht zu zeigen – sie wissen gleich wozu eine Pistole gut ist!
Wer nicht mehr kämpfen will, hat sich von Mannsein verabschiedet.

Männer reden sich immer ´raus, sie hätten keine Zeit zum Kämpfen. Diese „Ausrede“ müssen wir uns „ausreden“.

LITERATURTEIL
Ricxh Marshal: „God@work – wenn Beruf Berufung wird“ Hausmannverlag 2002
Horner, Ralston, Sunde: „Christsein auch im Job“ – Promise–Keeper, Projektion J, 2006
Rudi Pinke, „Mann sein (k)ein Problem“, Brunnen 2002
Steve Biddulph: „Männer auf der Suche“ – Sieben Schritte zur Befreiung“, Heyne 2003
Markus Hofer: „Männer-Spiritualität“, Tyrolia, Österreich 2005
Dieter Bauer (Hrsg.): „Männer weinen heimlich“ Kath. Bibelwerk 1993
Markus Hofer: “Männer glauben anders“ Tyrolia 2003

ÜBUNGSTEIL

Männlichkeitsgefühlsuche
Dauer ca. 40 Minuten

Wenn Männer funktionieren verlieren sie ihre Eigenständigkeit.

Die Männer sitzen in einem Kreis, jeder dreht den Stuhl um und begibt sich innerlich auf eine Reise zurück – Stunden, Tage, Wochen.
Jeder soll einen Punkt finden und dort stehen bleiben, wo er sich selbst gespürt hat. 

Nach ca. 20 Minuten drehen alle ihren Stuhl wieder um und geben diesem ihrem Gefühl oder dieser Situation ein körperlichen Ausdruck – z.B..: eine Handgeste, eine Mimik oder eine Körperhalten.
Die anderen können raten, was dem Darsteller widerfahren ist, nicht aber diskutieren. Dabei darf und soll er bewusst den anderen Männern widersprechen.

Konfliktmeidende Männer neigen zu Konfluenz- sie wollen widerspruchslos mit anderen zerfließen – in der Masse untergehen – aus Furcht jemand könnte sie ablehnen.
Der innere Mann erlebt sich nur als eigenständige Person, wenn er sich von anderen absetzt, widerspricht, sich bewusst anschließt oder ab-wendet, sein Ich abgrenzt und in Position bringt.
Diese Selbsterfahrung geht uns beim Zuhören verloren. Das Herz ist sehr dankbar, wenn es dem eine „Gestalt“ geben kann, was es bewegt.
Erst wenn die Seele diesem Inneren Vorgang „einen Namen“ gegeben hat wird er positiv abgespeichert und ruft nach Wiederholung!

Nicht analysieren, nicht Breitreden, nur Stimmungen äußeren. Es darf alles sein – auch eine Erfahrung die sehr weit zurückliegt kann genügen.

FOLIENTEIL

Folien Seminar 1: zweiter Abend

 

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