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 Du bist wie dein Vater!  

 

Diesen Vorwurf bekommen Männer häufig von ihren Frauen zu hören. Ich auch manchmal. Ich schüttle dann meinen Kopf, weiß nicht was sie sagen will, bin verunsichert, ob ich´s als Verurteilung, als Feststellung, als Drohung verstehen soll. Wie kommt sie eigentlich dazu, ich will doch ganz anders sein wie mein "Alter"! Dazu etwas Hintrergrundwissen:

1. Die Vaterschaftskrise heute Nach Guardini (ital. Philosoph, nachdem viele Lehrstühle an Universitäten benannt sind), teilt sich unser Leben in verschiedene Phasen ein, deren Grenzen durch Krisen überschritten werden.

 1. Akt: Alles aufnehmen Die Kindheit ca. 1.- 12.Lebensjahr

 2. Akt: Sich selbst entwickeln Die Jugend ca. 9.-25 Lebensjahr

 3. Akt: Optimismus Das junge Erwachsensein ca. 21. - 32. Lebensjahr  

4. Akt: Grenzen lernen Die Elternschaft ca. 28. - 40 Lebensjahr  

5. Akt: Entschieden dienen Die reifen Jahre ca. 35. bis das Alter ca. 60.- 100 Lebensjahr  

Problematisch in unserer Gesellschaft wird die Vater-Sohn-Beziehung dadurch, dass wir recht spät unsere Kinder bekommen haben. Das wiederholt sich bei uns, wie das mit unserem vater war. Wir leben so ähnlich wie der Alte und da ist es kein Wunder, dass wir so werden wie er! Während wir Väter uns im regressiven Akt 4 befinden, käme unserem Sohn ein von Aktivitäten übersprudelnden Vater auf Stufe 3 gerade recht. Unser Lebensoptimismus in dieser Phase ist bei den meisten von uns gehörig gedämpft und wir sind froh, wenn wir geradeso einigermaßen Beruf, Kinder und Haus auf die Reihe bekommen. In dieser Phase sind wir ziemlich zu für das, was Gott uns sagen möchte - „Was, lieber Gott, Du willst mir mehr noch mehr aufhalsen, unmöglich.“ Unser „Leistungschristentum“ ist am Anschlag, was kommt jetzt? Aber nicht nur wir Väter stecken in dieser „Sinnkriese - (bekannt unter dem Wort midelifecrisis), auch unsere Söhne befinden sich mitten im Übergang zur ihrer eigenen Identität (firstlifecrisis). Waren früher ihre Gedanken einfach „Erweiterungen ihres Vaters“, prallen sie nun in Schule, Kirche und Verein auf ganz andere Lebenseinstellungen, sie werden in Frage gestellt und müssen ihren Weg finden. Gerade jetzt bräuchten sie den Vater und der ist wie so oft abwesend oder wenn anwesend handlungsunfähig in seiner eigenen Orientierungslosigkeit. Junge Väter sind begeisterungsfähig für Tips und Tricks - ein paar Worte und sie springen in Verantwortung, packen an. Enttäuschte Väter brauchen Heilung ihrer unbewältigten Fruste und neue Inspiration von Gott dem Vater. Sie brauchen ein Männertraining. Somit haben Vater und Sohn auch ´was ähnelndes an sich - wir stecken beide in einer Krise und wir beide brauchen mehr von Gott! Wir brauchen einander, Gott uns einander gegeben, wir sind füreinander begabt. 

2. Die Vaterwunde heute wird tiefer Insgesamt kann man wohl feststellen, dass der „Stand“ an Vaterwasser weltweit weiter gesunken ist. Zwar kümmern sich Männer zunehmend zeitintensiver um ihre Kinder, aber das allein ist nicht Vaterschaft im Sinne Gottes! Vaterschaft braucht Biss, braucht Vision und Inspiration, die Söhne wollen geführt werden, Türen aufgemacht bekommen, es braucht Heiligen Geist in der Beziehung zwischen Vater und Sohn wie das Öl im Getriebe des Alltags. Viele Männer sehen ihren Vater später so: - Der Vater ist jemand der im Wohnzimmer sitzt und mit der Zeitung raschelt.- Heute geht es nicht mehr darum gegen einen mächtigen Vater anzukämpfen – es geht darum ihn zu überholen und ihn hinter sich zu lassen.- Der Vater wird als dämonisches Wesen angesehen mit dem es zu kämpfen gilt – oder aber als Stümper, der ruheliebend, gutbürgerlich und … verächtlich machtlos und einer der sich um gar nichts kümmert Vorwiegend haben wir Väter unsere Väter Passiv kennen gelernt. Genauso beten wir zu Gott, immer in der Erwartung, dass der Vater da oben sich wie unserer eigener Vater verhält ………….. nämlich ... n interesselosn kaltn machtlosn stummn abwesend Dieses Gottesbild zu durchbrechen braucht intensive Rede direkt zu unserem Herzen. Verstandesgemäßes Bewußtmachen heilt noch keine Seele. Unsere Gefühlswelt hat Schaden erlitten und es braucht gute Gefühle, um sie wieder zu heilen! Da bleibt uns Vätern oft nur uns gegenseitig selbst zu „bevattern“ weil so wenige uns ein Stück voraus sind. Da können wir wenigstens ein bisschen heilende Gemeinschaft erfahren. Immer wieder begegnen uns Männer in Beruf und Kirche, die gekonnt ihr fehlendes Mannsein überdecken. Je stärker die Minderwertigkeit in ihnen schmerzt, umso krasser muss die Decke sein, die sie darüber legen, um heil dazustehen. Die Vaterwunde wirkt 4 dimensional

  1. Lähmung, Betäubung, Robottertum
  2. Depression, Opfermentalität für die Firma, Minderwertigkeit
  3. Großartigkeit, Heroismus, Größenwahn
  4. Zuwendung zu Gott dem Vater, Erfahren von Ersatzvätern, bekommen der Gabe der Fürsorge (geistliche Vaterschaft) 

Wozu neige ich, wie gleiche ich mein „Vaterdefizit“ aus? Oft sind es mehrere Bereiche gleichzeitig!

3. Keine Heilung für unser Vaterschaftsvakuum? Aufgrund unseres verrückten Gottesbildes suchen wir Heilung für unsere Seelen oft am falschen Fleck.

1. Wir versuchen ihm zu dienen, aber Dienst ist kein Ersatz für eine Liebesbeziehung Im Engagement für eine gute Sache kann man Identität finden, das ist im Wohltätigkeitsverein nicht anders als in der Gemeinde Jesu. Der Unterschied besteht darin, dass manche zu einer unendlich guten Persönlichkeit Zugang bekommen haben, andere nur der guten Sache wegen dabeibleiben. Wir fangen an zu leisten, anstatt zu lieben, arbeiten hart für Jesus, versuchen es ihm recht zu machen, so wie wir schon immer unserem leiblichen Vater gefallen wollten.Unsere Gottesdienste gleichen einer Benefizveranstaltung zugunsten eines allzu fernen Jesus, dabei geht es doch um eine Einladung zu einer Hochzeit - und die nicht als Teilnehmer, sondern als Braut! „Ich werfe Dir aber vor, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ (Off. 2,2-3). Es ist als ob jemand um deine Hand anhält und Du sagen würdest. Ja, ich heirate dich aber ....n von diesem emotionalen Zeugs mit Liebe und Hingabe will ich nichts wissen, n deine Umarmungen und Zärtlichkeiten kannst Du Dir schenken - ich mag das sowieso nicht. n Ich werde für dich arbeiten, Geld verdienen, mich ums Haus kümmern, aber versuche ja nicht mit mir intim zu werden, verstanden? Jesus möchte eine Braut die liebesfähig ist und die auch intim sein kann! Das fällt uns Männern wohl besonders schwer. Das ist so anders wie im Geschäft wo Leistung Anerkennung und bare Münze zählt. Die „Dritte Hand Regel“: Institutionalisierte Religion ereignet sich, wenn Menschen ohne Gotteserfahrung Menschen ohne Gotteserfahrung über Menschen, die angeblich Gotteserfahrung hatten lehren!  

2. Wir versuchen ihn zu verstehen, aber Lehre ist kein Ersatz für eine Liebesbeziehung Wir lesen die Bibel wie unsere Tageszeitung, um mehr zu wissen, dabei zu sein, mitreden zu können. AberWissen ohne Liebe scheint beim Empfangen der Liebe Gottes eher zu hindern als zu fördern. Warum erfahren weltweit Christen in Drittländern ohne „know how“ Erweckung - wir schreiben lieber Bücher über Erweckung ohne sie je erfahren zu haben. Jesus bot der Samariterin keine wissentliche Korrektur an, er bot ihr Leben und wahre Liebe an! Wir sollen ihn lieben von ganzem Herzen, mit unserer Seele und unserem ganzen Verstand. (Matt. 22,37). Wir haben diese Reihenfolge gründlich umgedreht.Wir haben uns so sehr angestrengt Männer und Frauen Gottes zu sein und haben es nicht einmal gelernt, Kinder Gottes zu sein. Kinder haben keine Angst, Gefühle zu haben, sie zu äußern, vielmehr sind Gefühle immer vor Verstand und willentlicher Entscheidung da. Liebe ist das wichtigste, was ein Mensch braucht. Sogar unser Gott will geliebt werden (5.Mose 6,5), fordert uns geradeaus zu - liebt mich und so will ich Euch meine Liebe ins Herz geben. Wären wir als Kinder mehr emotional geliebt worden, hätten wir es einfacher Gott den Vater uns lieben zu lassen. Gott hat Gefühle, warum wollen wir sie ihn nicht äußern lassen?So mache Dich auf als Mann, lass wieder Gefühle zu und verdränge sie nicht mehr. Männer können ihre Gefühlswelt derart unterdrücken, daß sie tatsächlich keine mehr haben. So spüren sie auch nichts mehr von Gott.  

3. Gott den Vater neu kennenlernen Kirchengeschichtlich bedingt haben unsere Glaubensväter nur die eine Seite Gottes gelehrt, uns den Vater im Himmel und Gottes Wort einseitig „eingebläut“. Wir denken n unser Christsein muss in Anstand und Ordnung zu unseren Bedingungen und Vorgaben ablaufen und haben vergessen welch öffentlichen AUFRUHR Jesus stifteten Gott muss leise kommen, nie den Anstand verletzend, nie gewaltig, sondern rundum angepasst und haben vergessen dass der Gott der Bibel oft wie eine Explosion kam Unsere Vorstellungen vom selbstgebastelten Vatergott sind sehr westlich - wir haben uns einen angepassten Gott gemacht, der uns gleicht und beten sein Bild an! Insgesamt kann man sagen, wir haben das Evangelium verweiblicht, da ist nichts mehr drin, was Männer Spaßmacht, was Männer begeistert, was Männer herausfordert. Darum hat die Kirche die Männer verloren, zumindest die Besten, die sitzen in der Wirtschaft und machen fette Beute! Weiblich Tugenden sind:

  1. Demut
  2. Gehorsam
  3. Vertrauen
  4. Vergebung
  5. Beziehung

Männliche Tugenden sind:

  1. Selbstwert
  2. Eigenverantwortung
  3. Wahrheit
  4. Harte Liebe
  5. Abgrenzung

Große Teile herkömmlicher Frömmigkeit zielen darauf ab, uns brav, angepasst, nicht den Anstand verletzend zu machen. Die Gemeinschaft gibt ein überfrommes, weltfernes Regelwerk heraus und ein guter Christ ist der, der die Regeln erfüllen kann. Solch ein „Beamtenchristentum“ war Jesus fremd und die Akzeptanz des Christentums in der entkirchlichten Bevölkerung ist passe´. Statistisch gesehen nach einer Umfrage beten immerhin 70% der Deutschen ab und zu, aber man hat (zurecht) schreckliche Angst, sich für eine christliche Gemeinschaft „cashen“ zu lassen, in der „weibliche Tugenden“ vermarktet werden. Was wir brauchen sind nicht mehr mütterlich gluckende nette Gemeindeleiter, die alles unter ihre Fittiche scharen wollen, sondern Männer Gottes, die Freiheit lassen und in die Freiheit führen. Es gibt verschiedene Formen von Willigkeit - es ist eine Frage der Motivation. Viele Gemeinden sind völlig auf dem falschen Dampfer machen übermäßig Druck, missbrauchen ihre Schäfchen. Gott aber liebt auch die Unverbindlichen! Grade von Freiwilligkeit bei Männern

  1. Es aus Pflichtbewusstsein gegen die eigene Überzeugung tun
  2. Es tun, weil man Geld oder Ehre dafür bekommt
  3. Dazu verdonnert werden und sich knirschend beugen
  4. Es als Jüngerschaft anzusehen, um zu wachsen
  5. Es gemeinsam mit anderen und es als Beziehungsaufbesserung tun
  6. Es als Sprungbrett tun, um später mehr zugetraut zu bekommen
  7. Echt angesprochen sein und es mit Herzen mitmachen
  8. Dazu berufen sein und gründlich verstanden haben, worum es geht und warum es man tut 

Jesus will unser intrinsische druckfrei Motivation, nicht den Sklaven, nicht den Diener, sondern einen erwachsen gewordenen Sohn.  

4. Sich abwenden von einem verweiblichten Gottesbild In unseren christlichen Hirnen spinnen so machen falsche Vorstellungen über Gott, die es zu überwinden gilt. Wir sind viel zu brav und haben Gott zu brav gemacht. C.S. Lewis wurde einmal gefragt, wie Gott ist. Seine Antwort: „Wissen Sie, er ist wild, sehr wild.“ Noch heute wollten wir die Gemeinde am liebsten „benutzerfreundlich, bedürfnisorientiert, heidentauglich“ sozusagen und haben es verlernt eine Atmosphäre zu schaffen, in der Gott „kommt“, in der Gott selbst sich wohl fühlt und er seinen Hl. Geist sendet. Gerade uns Deutschen scheint viel schwerer zu sein, “ die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt.“ (Epheser 3,17). Würde Jesus wieder kommen, er würde wohl bestimmt nicht in unsere fromme Weltanschauung passen. Würden wir ihn auch verfolgen?Gott hat keine Liste von Punkten, die er von dir fordert. Gott sagt, du brauchst meine Anerkennung nicht erwerben, du hast sie schon. Gott braucht unsere Leistung nicht. Falsche Vorstellungen von Gott

  1. Ich muss es verstehen oder es ist nicht von Gott
  2. Der Hl. Geist wird nie etwas gegen meinen Willen tun
  3. Gott ist immer ordentlich, er handelt immer anständig
  4. Wenn es von Gott ist wird es mir keine Furcht machen 

Der Hl. Geist behielt sich in der Bibel immer das Recht vor auf Menschen zu fallen - oder auch von ihnen fernzuhalten. - Petrus wollte nicht, dass der Hl. Geist völlig unbeabsichtigt auf Nichtjuden fiel, er war völlig verzweifelt darüber! (Apg 10,44) - Petrus genoss die Verzückung, die über ihn kam, überhaupt nicht - er wehrte sich vehement sie anzunehmen (Apg. 10,9-10) - Wollte Zacharias für 9 Monate stumm sein? (Lukas 1,20) - Wollten Hannanias und Saphira tot umfallen, als sie den Hl. Geist betrogen hatten (Apg. 5,10) - Wurde es nicht Daniel, der erfahrene Mann Gottes, Angst und Bang als Gott ihm begegnete (Dan. 10,4-7) - Verstand Abraham, dass er im Auftrag Gottes seinen Sohn opfern sollte?(1.Mose 22,1ff) - Das ganze Volk schrie vor Angst als Gott sich auf dem Berg manifestierte? (2.Mose 19,1 ff) - War es den Leuten angenehm, dass die Dämonen, die aus dem Besessenen ausfuhren in die Schweine fuhren? Sie stürzen alle in den See und die Leute baten Jesus, geht schnell weit weg von hier (Sachwert heute ca, 0,5 .Mio. €) (Lukas 8,33) Die Religiösen sagten zu Jesus, er sei ein Weinsäufer und Freßsack - er konnte feiern (Matth. 11,18-19). Die Religiösen sagten zu Johannes, er übertreibe seinen Eifer für Gott. Egal was Du tust, den religiösen Leuten wird es immer unrecht sein!

5. Geistliche Vaterschaft - was ist das ? Gott stellt zunehmend den 5-fältigen Dienst wieder her - das Pastorenmodell, ein Mann als Mädchen für alles hat gründlich ausgedient, Zukunft hat das von Gott füreinander unterschiedlich begabte Team. So kann jeder in seiner Stärke dienen und den anderen in seiner Schwäche freisetzen. Gottes Reich darf nicht von einzelnen Männern abhängen unter deren Schwäche eine ganze Gemeinde zu leiden hat. Gott ruft zum .... n Prophetendienstn Hirtendienstn Lehrdienstn Evangelistendienstn Aposteldienst (1. Kor, 12, 1ff) Darum beruft Gott jeden Mann neben seinem Dienst an der Welt (Beruf) zu einem geistlichen Dienst (Ruf). Ohne geistliche, selbstmotivierte und eigenverantwortlich ausgeführte Aufgabe wird ein Mann tiefe Erfüllung in Christus finden, da schlummert etwas in uns, was gerne Gott dient und wirklich satt macht. Sonst müssen wir unserm ausgehungertem Ego immer Bestätigung und Anerkennung in Form von außerordentlichen Leistungen (beruflich, sportlich, gemeindlich....) zuwenden. Jeder Mann „zeugt“ gerne etwas, will aus seinem eigenen „Samen“ etwas Bleibendes schaffen, will schöpferisch etwas neues initiieren, was noch nie da war. Wollen wir unsere bedenken beiseite legen und in die Arme des Vaters laufen oder uns verstecken? So wollen wir uns auf dies n aufmachen für den Vater aller Vätern aufmachen für unsere Söhnen aufmachen für uns gegenseitig Möge und der Gott Vater uns seine Vaterschaft lehren.